Rückschau

2021

Oktober

Unsere Lesemannschaft am 16. Oktober

 

August

Laurentiustag

Am 10. August, dem Patronatsfest des Heiligen Laurentius, versammelten sich in Damscheid die Weinbrüder und viele weitere Gläubige in der Kirche, um die Heilige Messe zu feiern. Pastor Thomas Poppe zelebrierte, und zwei Mitglieder der Weinbruderschaft fungierten als Messdiener. Mechthild Sabel trug zu Beginn Wissenswertes über den großen Kirchenmann vor, dem neben Martin und Nikolaus die größte Verehrung zuteil geworden ist. Er lebte zur Zeit des Kaisers Valerian (253 – 260 ) und war Diakon in Rom. Im Zuge einer Christenverfolgung wurde auch der damalige Papst Sixtus II. hingerichtet. Einer Legende zufolge sollte Laurentius dem Kaiser danach das gesamte Kirchenvermögen abliefern. Der verteilte es aber vorher unter den Armen und erlitt daraufhin am 10. August 258 auf einem glühenden Rost den Märtyrertod. Der Gitterrost und das Diakongewand sind im Laufe der Zeit unverzichtbarer Bestandteil der Darstellung des Heiligen geworden. Ebenso logisch war für die Christen, dass die Art der Hinrichtung in Verbindung mit den Aufgaben als Schutzpatron gebracht wurde: Laurentius ist der Patron aller mit Feuer beschäftigten Berufe: Feuerwehrleute, Köche, Bäcker und Köhler. Wie kam es aber dazu, dass er auch Patron der Weinberge wurde? Da kommt unserem heutigen Empfinden nach eine weit hergeholte Assoziation ins Spiel: Weil die Reben im August Hitze brauchen.

Die besondere Verbindung zu Damscheid – der Rost ist auch im Wappen abgebildet – leitet sich von einem anderen Ereignis her. In napoleonischer Zeit mussten Damscheider Bauern mit ihren Kühen auf der rechten Rheinseite Spanndienste leisten. Unglücklicherweise brachten sie von dort die Viehpest mit, der fast der gesamte Viehbestand zum Opfer fiel. Wie existentiell wichtig Kühe für das Überleben in damaliger Zeit waren, vermag ein Satz verdeutlichen: ‚Mütter sterben – kein Verderben; Kuh verrrecken, – das ist Schrecken!‘ In ihrer Not flehten die Damscheider zu Laurentius und auf dessen Fürsprache führten sie zurück, dass fünf Kühe überlebten.

Im Anschluss an den Gottesdienst schenkten die Laurentiusbrüder ihren Wein vor dem Gemeindezentrum aus – kostenlos. Dafür erbaten sie eine Spende für die Flutopfer, und so kam ein Betrag von 350 Euro zusammen. Animiert durch den köstlichen Wein stieg die Stimmung. Bei munteren Gesprächen und Informationsaustausch stand man – immerhin war Werktag – zwei Stunden zusammen und konnte Dorfgemeinschaft erleben. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dies eine gelungene Veranstaltung war, die man wiederholen sollte.

 

Neues Licht im alten Keller

Die Beleuchtungsanlage im Gewölbekeller unter dem Damscheider Winzersaal war seit Jahren nicht mehr funktionsfähig und entsprach auch nicht mehr den technischen Vorschriften.
Diesem Umstand haben sich die „Laurentiusbrüder“ nun angenommen.
Die Beleuchtung wurde in Eigenleistung komplett erneuert. Hierbei wurden 8 LED Leuchten montiert die allesamt über Bewegungsmelder gesteuert werden.
Somit ist der im Jahre 1923 aus Schiefer-Bruchsteinen erbaute Keller, in dem noch kellereitechnische Geräte und Eichenfässer lagern, wieder zugänglich.

Er bleibt damit als Zeugnis des Weinbaus in Damscheid erhalten. Auch könnten dort zum Beispiel kleinere kulturelle Veranstaltungen, Führungen oder Weinproben stattfinden.
Die Maßnahme wurde von der LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal als „Ehrenamtliches Bürgerprojekt“ gefördert.

 

März

„Laurentiuswäldchen“ gepflanzt

Passend zum Tag des Waldes startete in Damscheid eine Pflanzaktion.

Initiiert wurde sie vom Verein zur Erhaltung der Weinbautradition St. Laurentius, kurz: den ‚Laurentiusbrüdern‘, die zudem 300 Euro für Setzlinge und Saatgut gespendet hatten. Revierförster Timo Hans hielt zu Beginn einen informativen und anschaulichen Vortrag zur Situation des Waldes und zu den Maßnahmen, die für einen klimagerechten Umbau dringend erforderlich seien. So pflanzten die freiwilligen Helfer Erlen und säten Traubeneiche, Walnuss, Schwarznuss und Esskastanie. Der Förster hatte sinnigerweise Saatgut gewählt, das nicht schlecht zu den Weinbrüdern passte. Die Römer haben ja bekanntlich nicht nur die Reben, sondern auch diese mediterranen Baumarten hier heimisch gemacht .

Nun hoffen die Laurentiusbrüder, dass die Saat aufgeht und dass sie sich noch zu Lebzeiten an ihrem Laurentiuswald erfreuen können.

 

2020

Oktober

Unsere Lesemannschaft am 03. Oktober

 

Januar

Weinkultur

Zum achten Mal hatte der Weinkonvent St. Laurentius in Damscheid zur Veranstaltung ‚Weinkultur‘ eingeladen, bei der im Gemeindezentrum eine Weinprobe samt kulturellem Rahmenprogramm stattfand. Lachen – Genießen – etwas dabei lernen- das ist ein überaus erfolgreiches Konzept; und davon gab es an diesem Abend erneut Herzerfrischendes und Hochklassiges im Angebot.

Als Willkommensgruß und zur Einstimmung servierten die Laurentiusbrüder jedem Besucher ein Glas des hervorragenden Jahrgangs 2018. Der Kabarettist Thomas Hartmann, aus der Nähe von Offenbach stammend, entpuppte sich als waschechtes Original. Mit seiner hessischen ‚Babbelschnut‘ zog er von Anfang an das Publikum in seinen Bann. Sein bewährtes Rezept war es, auf eine umwerfend lustige Art ‚Frechheiten‘ an den Mann zu bringen. So frozzelte er: „Ihr Laurentiusbrüder – 0,4 Hektar bewirtschaftet ihr, hab ich mir sage lasse – das is jo aach net sooo viel. Ich denke, ihr übt wohl noch e bissje.“

Und weiter: „Eine Weinprobe am 11. Januar! Nachdem man sich wohlmöglich zum Neuen Jahr vorgenomme hat, abzenemme und wenischer se trinke – e super Idee!“ Ebenso erntete der Offenbacher herzliches Gelächter, wenn er sich Leute aus dem Publikum vornahm, etwa den Tisch mit den ‚Landfrauen‘, den Mann mit ‚Rücken‘, dem der anwesende Internist wohl auch helfen könne, die Frau aus Bremen, der er das Hessische ins Hochdeutsche übersetzte, und nicht zuletzt den dem Brexit entflohenen Engländer, bei dem er sein ganzes komödiantisches Talent zur Geltung bringen konnte. Das zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Eine willkommene Ergänzung zur Comedy boten die edlen Gewächse, die der sympathische Winzer Florian Weingart aus Spay dabei hatte. Unter den sechs vorgestellten Weinen waren fünf Riesling. Mochte einer der Gäste denken, das sei ja langweilig, so wurde er angenehm überrascht. Der Riesling zeigte mit seinem breiten Spektrum an Geschmacksvarianten, dass er zu Recht seinen Spitzenplatz an Rhein, Mosel und Saar behauptet. Der Winzer sprach mit beeindruckendem Detailwissen über die Weine, die Problematik des Klimawandels und über seinen Betrieb. Er nahm auch Bezug auf das Motto des Kabarettisten ‚Weine nicht, wenn die Reblaus lacht‘! Entgegen der landläufigen Annahme ist die Reblaus noch lange nicht ausgerottet; und es mehren sich die Zeichen, dass sie sich in Zukunft wieder vor Lachen kugeln kann, sofern man sich nicht konsequent gegen sie wappnet. Weingart hatte ebenfalls Humorvolles vorzubringen. Weil die EU sich um die Gesundheit der Weintrinker sorge, habe sie eine Verordnung zur ‚Stillen Weinprobe‘ erlassen: Dabei werden die ersten drei Weine verkostet, die restlichen nur besprochen und stumm angestaunt.

Zwischen den Weinverkostungen präsentierte der Kabarettist kurzweilig sein Weinlexikon von A – Z. Er gab einen Buchstaben vor, und das Publikum nannte einen Begriff. A wie Äppelwoi, rief die Frau aus Bremen. ‚Falsch‘, gab Hartmann zurück, denn in Hessen beginne das Wort mit E.

Nachdem dann am Ende die Spätlese verkostet und der Buchstabe Z wie Zapfen abgehandelt war, blieben viele Gäste, gemäß der Feststellung Hartmanns ‚Weinprobe hat nichts mit Saufen zu tun – wenigstens nicht am Anfang‘, noch ein paar Stunden, um in geselliger Runde die exquisiten Weine zu genießen. Schließlich diente das auch einem guten Zweck: Der Erlös des Abends floss wie immer in die Unterstützung einer sozialen Einrichtung.

2019

Oktober

Unsere Lesemannschaft am 5. Oktober

 

August

Ausflug zum Laurentiustag

Unser Ausflug führte in das Weinanbaugebiet Rheinhessen.
In Flomborn wurden wir von Ortsbürgermeister Rainer Thomas empfangen.  Ein beeindruckender Rundgang mit ihm, führte uns zu wunderschön gestalteten Plätzen wie der alten Viehwage mit der „Flomborner Wutz“ , oder zu dem 2014 gebauten kleinen Backhaus .
Danach ging es zu Fuß in den Nachbarort Hangen-Weisheim und setzten im Weingut Klieber die am Backhaus  in Flomborn begonnene Weinprobe mit exzellente Weine aus dem Wonnegau fort.
Bei gutem Wein und gutem Essen verging dann die Zeit bis zur Abreise gegen 22 Uhr wie im Flug.

 

Juli

Spende an Emil Sonnenschein e.V.

Das Versprechen, einen eventuellen Überschuss aus der Veranstaltung „Weinkultur“ einem guten Zweck zukommen zu lassen, wurde eingelöst.

So durfte sich die Organisation Emil Sonnenschein e.V. über einen Betrag von 300 Euro freuen.

Emil Sonnenschein e.V. hat sich zum Ziel gesetzt Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung ein paar schöne Momente in der harten Zeit der Therapie zu bereiten.

 

Januar

Veranstaltung Weinkultur

Zum siebten Mal hatte der Weinkonvent St. Laurentius in Damscheid zur Veranstaltung Weinkultur eingeladen, bei der im Gemeindezentrum eine Weinprobe samt kulturellem Rahmenprogramm stattfand.

Die Weine präsentierte in diesem Jahr Wilfried Kunz vom Weingut ‚Am Löwenkopf‘ in Kaub. Für das Rahmenprogramm hatte man das Weinkabarett – Duo ‚Schräglage‘ gewinnen können. Hinter diesem viel versprechenden Namen stehen zwei waschechte Schwäbinnen: Elke Ott, Weindozentin und Weinerlebnisführerin und Gesa Schulze – Kahleiß, eine mit Sprachwitz begabte und über die Region hinaus bekannte Unterhaltungskünstlerin. Gekleidet in schrille Krankenschwesterntracht, nahmen sie schon vor der Veranstaltung Kontakt mit dem Publikum auf. ‚Betreutes Trinken‘ war angesagt. Dem Schreiber dieser Zeilen z.B. fühlten sie den Puls und verabreichten ihm zur Beruhigung mit Blattgold überzogene Globuli. „Wilfried, wie viele Infusionen legscht heut?“ fragten sie schließlich den Winzer. „Sechs“, gab der zur Antwort und legte los mit zwei Spätburgundern, und zwar mit einem trockenen 2017 er Kauber Rauscheberg und einer Spätlese vom Lorcher Schloßberg, welche mit ihren Kirscharomen begeisterten und mit ihrem vollmundigen Geschmack lange auf Zunge und Gaumen nachwirkten. Das sei dem Boden zu verdanken, erklärte Wilfried Kunz. Der Schiefer bilde die Grundlage für die Aromen und der darin eingemischte Löß bewirke die Nachhaltigkeit. Im weiteren Verlauf der Probe kam ein trockener Weißburgunder zur Verkostung, der leicht nussig schmeckte, einen feinen Duft verströmte und zum Renner des Abends wurde. Kunz stellte nicht nur die Weine fachkundig vor, sondern glänzte auch mit Detailkenntnissen zur Geschichte des Weinbaus und zur Kauber Stadtgeschichte. Natürlich durfte auch der Riesling nicht fehlen. Davon hatte der Winzer gleich drei gute Tropfen im Gepäck, darunter eine Spätlese 2017 er Kauber Rauschelay mit dem Beinamen ‚Nepos‘, der seinen Enkeln gewidmet ist (lateinisch nepos = Enkel). Die beiden Damen Elke und Gesa boten eine ideale Ergänzung zum kulinarischen Weingenuss. Gleich zu Beginn thematisierten sie ihren schwäbischen Dialekt. Er klinge zwar niedlich und liebenswürdig, man könne aber gerade deswegen mit ihm schlimme Sachen geschickt verpacken. Ihre Befürchtung, die Hunsrücker könnten sie nicht verstehen, erwies sich als unbegründet. Niemand hob die Hand, um zu signalisieren, dass er eine Simultanübersetzung brauche. Mit munterem Zwiegespräch eroberten die Schwäbinnen die Herzen ihrer Zuhörer und rissen sie mit witzigen Wortspielereien zu Beifallsstürmen hin. So erzählte Elke, gestern habe sie ihren Papa zum ersten Mal untern Tisch getrunken. Das sei dann wohl eine Erzeugerabfüllung gewesen. Oder: Wenn man zur Toilette gehe, sei das dann eine Getränkerückgabe?. Und: Sie seien ‚Vinoganer‘. Sie würden niemals etwas essen, woraus man einen so guten Wein machen könne. Zwischenzeitlich wechselten die Künstlerinnen ihr Outfit und erschienen in einem Kleid mit Weinglasmuster. Besonders lustig ging’s zu, wenn sie sich Männer aus dem Publikum vornahmen. So verglich Geza einen Wein mit fehlender Haarpracht. Sie strich einem Mann sanft über den Schädel und erklärte: „Das ist ein Blank de noir.“ Dann drückte sie ihm einen Kuss darauf mit den Worten: „Warum soll ein Glatzkopf nicht mal eine Glückssträhne haben?“ Im übrigen seien die Frauen selbst schuld am Haarverlust ihrer Männer, wenn sie an ihnen kein gutes Haar ließen. Auch mit Selbstironie sparten die ‚Schwabenmädle‘ nicht. Auf die Kritik ihrer Kollegin, sie habe Krampfadern, korrigierte Elke, das seien keine Krampfadern, sie habe sich den Neckarverlauf eintätowieren lassen.

Zum krönenden Abschluss des Abends gab es eine 2011 er Riesling Beerenauslese und die Wahl eines Weinkönigs. Bürgermeister Christian Stahl setzte sich im spannenden Wissens – Duell gegen seine Konkurrentin Gesa durch. So konnte er zum Beispiel folgende Frage souverän beantworten: Welche berühmte Rebsorte beginnt mit dem Buchstaben R und hört mit –ling auf: A: Rebling B: Riesling.

Dermaßen in Stimmung gebracht, unterzogen sich die Teilnehmer des Kurses ‚Betreutes Trinken‘ anschließend einem unbetreuten, indem sie noch zahlreiche Flaschen leerten. Immerhin diente es einem guten Zweck: Der Erlös des Abends fließt in eine soziale Stiftung.

Klaus Fröhlich

2018

September

Unsere Lesemannschaft 2018

 

Mai

Spende an Kita


Auch in diesem Jahr durften sich die Kinder der Kita Amselnest wieder über eine Geldspende der „Laurentiusbrüder“ freuen.

Diese hatten ihren Gästen bei der Veranstaltung „Weinkultur“ im Januar versprochen, einen entstehenden Überschuss der örtlichen Kindertagesstätte zur Verfügung zu stellen.

Das Kita-Team bedankte sich recht herzlich und freute sich, ihrem Wunsch nach einem neuen Klettergerüst im Außenbereich nun einen großen Schritt näher gekommen zu sein.

 

 

Januar

Weinkultur 2018

Markus Erb und Klaus Fröhlich, die Protagonisten der Veranstaltung am 13. Januar.

Zum sechsten Mal hatte die Weinbruderschaft St. Laurentius in Damscheid zu der Veranstaltung ‚Weinkultur‘ eingeladen, bei der im Gemeindezentrum eine Weinprobe samt kulturellem Rahmenprogramm stattfand. Die Weine kamen in diesem Jahr aus dem Online Shop ‚Weinland Mittelrhein‚, der von den Damscheidern Patrick Federhen und Günter Vogel betrieben wird. Zu verkosten waren ein trockener Weißburgunder und ein feinherber Riesling Kabinett von Toni Jost, ein halbtrockener ‚Handstreich‘ von Lithos, ein Spätburgunder Rosé von Toni Lorenz und ein in Barrique ausgebauter Spätburgunder 2011 vom Weingut Goswin Lambrich. Zusätzlich im Angebot war eine ’süße Verführung‘ von Eisenbach – Korn. Dahinter verbarg sich eine edelsüß ausgebaute Scheurebe, die vornehmlich bei der Damenwelt auf größere Resonanz stieß.

Besprochen wurden die Weine von Markus Erb, einem diplomierten Weinakademiker aus Frankfurt, der seine Abschlussarbeit über den Mittelrhein geschrieben hat. Herr Erb musste erst einmal erklären, was sich hinter diesem Titel verbirgt. An der Hochschule Geisenheim kann man sich seit 2002 zu einem Weinfachmann ausbilden lassen, der dann z.B. Weinseminare, Führungen und Weinreisen veranstaltet, oder eben auch, wie in Damscheid, Weine bespricht. Der Weinakademiker beschrieb nicht nur die Weine des Abends mit begeisterten Worten, sondern glänzte auch mit detailreichen Kenntnissen über Rebsorten am Mittelrhein und ihre Geschichte. In der Champions League spielt natürlich nach wie vor der Riesling, um den uns wegen seiner Schlankheit, seiner filigranen Struktur, seiner rassigen Säure und vieler anderer Vorzüge die ganze Weinwelt beneidet.

Das Rahmenprogramm gestaltete der Weinbruder Klaus Fröhlich. ‚Trink, Brüderlein, trink! – Trinkgewohnheiten der Deutschen‘ – hieß das Motto des Abends. Nicht schlecht staunte das Publikum, als es erfuhr, dass die Deutschen jahrhundertelang den Ruf genossen, die größten Trinker Europas zu sein, wie in zahlreichen Quellen nachzulesen ist. Heute stehen sie laut einer neueren Statistik erst an 14. Stelle. Viele Zeitgenossen beklagten den gewaltigen deutschen Durst, wie zum Beispiel Martin Luther: „Alle Mühsal können die Deutschen ertragen; könnten sie doch ebenso ertragen den Durst!“ Bereits ihre Vorfahren, die Germanen, liebten Trinkgelage, wie der römische Autor Publius Cornelius Tacitus in seinem Werk ‚Germania‘ bezeugt: „Tag und Nacht durchzutrinken ist für niemanden eine Schande.“ Praktischerweise war auch der oberste Gott Wotan selbst Braumeister und bewirtete die gefallenen Krieger an seiner Tafel mit Bier.

Der Referent schlug zum Schluss den Bogen in die heutige Zeit, indem er zum Beispiel Trinkrituale wie das Runden schmeißen humorvoll beleuchtete: „Man denkt ja dabei, ein edler Spender wolle seinen darbenden Mitzechern bloß etwas Gutes tun; in Wirklichkeit sendet er aber die Botschaft: Ich kann mir das leisten, ich bin ein Häuptling. Klar, dass die anderen sich sagen: Was der kann, kann ich auch! Und so folgt eine Runde auf die andere. Am Schluss gibt es dann keine Indianer mehr, aber viele besoffene Häuptlinge.“

Natürlich durfte das Thema Wein nicht fehlen. In den letzten Jahren hat sich ein ausgeprägter Trend etabliert: Genuss von gutem Wein als Ausdruck von Hochkultur, die Glanz in den banalen Alltag bringt und dabei hilft, die Seele baumeln zu lassen. Wie schöne Worte, die mit dichterischer Phantasie und quasi religiöser Inbrunst angereichert sind, dem Wein eine geheimnisvolle Aura verleihen und seinen Marktwert erhöhen, das verdeutlichte der Referent an einem Beispiel: „Der Wein strahlt mit himmlischen Aromen, mit überirdischer Konzentration und Kraft, die die Zunge mollig umhüllt.“

Klaus Fröhlich gelang es in seinem mitreißenden Vortrag nicht nur, die Zuhörer durch eine Fülle von interessanten Informationen zu fesseln, sondern auch durch persönlich erlebte Geschichten, Anekdoten und Witze köstlich zu unterhalten, so dass ein Gast begeistert ausrief: „Das war besser als eine Kappensitzung“.

Nach einem so ansprechenden Programm war das Bedürfnis der Besucher, noch länger zusammenzusitzen und den exzellenten Wein zu genießen, sehr groß. Auch wenn sich Hochkultur mit Rauschtrinken eigentlich nicht verträgt, so diente das letztendlich einem guten Zweck: Der gesamte Erlös des Abends fließt als Spende an den Kindergarten.

2017
September

Die Lesemannschaft 2017

 

Februar

Spende an Kita Amselnest

Der Kindertagesstätte Amselnest wurden 270 Euro als Spende überreicht. Der Betrag stammt aus dem Erlös unserer Veranstaltung -Weinkultur-, die wir am 14. Januar 2017 durchführt haben. Ursula Baumgarten, die stellvertretende Leiterin der Kita, freute sich über die Spende und bedankte sich im Namen ihrer Kolleginnen und aller Kinder. Das Geld soll für die Anschaffung einer neuen Kletteranlage im Außenbereich verwendet werden.


 

Januar

Kabarett Sauvignon – Wein und Witz

Zum fünften Mal hatte der Weinkonvent St. Laurentius in Damscheid zu der Veranstaltung ‚Weinkultur‘ eigeladen; und auch dieses Mal war der Saal im Gemeindezentrum bis zum letzten Platz besetzt, obwohl keinerlei Werbung darauf hingewiesen hatte.

Der Vorsitzende des Vereins Edwin Klumb begrüßte die Gäste, darunter auch auffallend viele junge Leute, und kündigte zwei Hochkaräter an, die durch den Abend führen sollten: Spitzenweine kredenzte Dr. Randolf Kauer und Spitzentexte der bekannte Schriftsteller und Kabarettist Thomas C. Breuer, der sich passend zu seinem Weinprogramm in einen Anzug in den Farben Spätburgunder mit einem Schuss Dornfelder gezwängt hatte. Mit aberwitzigen Wortspielen begeisterte er das Publikum, indem er z.B. die ‚gesäßerweiternde und enthemmungszündende‘ Wirkung des Weines pries und vielen existentiellen Fragen nachging: Wenn Alkohol im Körper die Verbrennung anregt: Bis zu wieviel Prozent kann ich dann mit einer Flasche Riesling meine Heizkosten reduzieren?

Was passiert, wenn der Chef eines Winzerbetriebs unter einer angeborenen Leseschwäche leidet, die im Büro zwar nicht weiter auffällt, wohl aber in der Weinlese? Welche fatalen Folgen hat es, wenn ein Winzer leider den Vollernter zu wörtlich nimmt und infolgedessen seine Fahrerlaubnis verliert?

Aber nicht nur Nonsens hatte Breuer im Angebot. So beschrieb er geistreich verschiedene Weinregionen Deutschlands und Europas und stellte mit satirischer Schärfe ein Zukunftsszenario vor Augen, das wohlmöglich Wirklichkeit werden könnte: „Genießen Sie jetzt noch, aber bald wird es die intelligente auf den Mann oder die Frau dressierte Weinflasche geben, die, weltweit vernetzt, eigenmächtig den Verbrauch misst und die sich automatisch versiegelt, wenn der individuell zugelassene Höchstwert überschritten wird. Parallel dazu erfolgt eine e-mail an die Krankenkasse und – wusch! – gehen die Beiträge hoch“. Nachzulesen ist das alles und vieles mehr in dem empfehlenswerten Büchlein ‚Kabarett Sauvignon‘.

Derart gedankenbeschwipst genoss das Publikum die sowohl lehrreichen als auch äußerst unterhaltsamen Vorträge von Dr. Kauer, der ja auch in der Bacharacher Fassenacht zu Hause ist.

Er hatte zudem noch den Vorteil, dass nicht nur seine Worte, sondern auch seine Produkte für ihn sprachen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Riesling ‚kann so viel‘, hat eine so große Bandbreite und so viele geschmackliche Spielarten wie keine andere Rebsorte. Er bedient die kleine Liga, etwa mit einem trockenen und leichten Kabinettwein, an dem man in geselliger Runde einen ganzen Abend lang Freude haben kann. Aber er weiß auch in der höheren Klasse zu glänzen, z.B. mit einer Spätlese vom Oberweseler Oelsberg. Warum sollte man, wie oft empfohlen, zu Wild immer nur Rotwein trinken? Zu einem Hirschragout mit Speck, einer schönen Sauce, Birne oder Preiselbeere ist ein feinherber Riesling mit dezenter Süße, rassiger Säure und einem Feuerwerk an Aromen der ideale Partner. Randolf Kauer geriet bei seinen Lobeshymnen kulinarischer Genüsse in eine solche Begeisterung, dass den Zuhörern das Wasser im Mund zusammenlief, bis einer es nicht mehr aushielt und rief: „Hör’n Sie auf, hör’n Sie auf!“ Überhaupt war es diese Leidenschaft für den Weinbau, die den Funken zum Publikum überspringen ließ. So pries der Referent den Winzerberuf als einen der schönsten Berufe der Welt, weil man sich in dem, was man mache, so toll ausdrücken könne. Er dankte auch den Laurentiusbrüdern dafür, dass sie sich um den Erhalt eines Weinbergs kümmerten. „Jeder Weinberg‘, so Kauer, ‚ist wichtig, wenn er auch noch so klein ist.“

Man darf gespannt sein, ob sein Appell „Mit 18 Mann sehe ich durchaus auch 18 Hektar“ auf fruchtbaren Boden fällt.

Nach dem offiziellen Programm blieb das Publikum, durch die Wirkung des Weins zu lebhafter Kommunikation angeregt, noch ein paar Stunden.

2016
 Oktober

Weinlese 2016

Die Lesemannschaft am 14. Oktober


 

Januar

Freunde schöner Göttertropfen – Comedy und Wein

Wein ist wahrscheinlich ein himmlischer Genuss. Das wussten schon die alten Griechen. Der Jüngste der großen griechischen Götter war der Gott des Weines, Dionysos. Nicht zufällig war er auch zuständig für Freude, Fruchtbarkeit und Ekstase – somit eine Art Gérard Depardieu der Antike.

Und als Goethe seinerzeit mit leerem Einkaufswagen einen Discounter in Weimar verließ und Schiller begegnete, soll er den wunderbaren Satz gesagt haben: „Das Leben ist zu kurz, um schlechte Weine zu trinken.“

Mit solchen Sätzen präsentierte Ingo Konrads, Deutschlands bekanntester Wein-Kabarettist seinen Zuhörern die witzigen Seiten der Weinkultur. Facettenreich wie der Wein selbst und vom Feinsten waren seine Geschichten rund um das „edelste“ Getränk.

Ebenfalls vom Feinsten war das, was Joachim Lorenz präsentierte. Er begrüßte sein Publikum mit einem „Lorenz Secco“ und bot dann eine Auswahl von exzellenten Weinen. Beginnend mit einem Spätburgunder Rotwein führte seine Probe über 2014er Riesling-Weine aus dem Bopparder Hamm bis zu einer feinherben Mandelstein Spätlese aus dem Jahr 2015.

Von dem „Duo“ Konrads/Lorenz bestens unterhalten fühlten sich die rund 100 Gäste am 16. Januar in unserem Gemeindezentrum.

2015
 

Oktober

Im Goldemund


Januar

Biblische Weinprobe

Veranstaltung „Weinkultur“ mit Kalle Grundmann und dem Weingut Phillipsmühle.