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Januar

Weinkultur

Zum achten Mal hatte der Weinkonvent St. Laurentius in Damscheid zur Veranstaltung ‚Weinkultur‘ eingeladen, bei der im Gemeindezentrum eine Weinprobe samt kulturellem Rahmenprogramm stattfand. Lachen – Genießen – etwas dabei lernen- das ist ein überaus erfolgreiches Konzept; und davon gab es an diesem Abend erneut Herzerfrischendes und Hochklassiges im Angebot.

Als Willkommensgruß und zur Einstimmung servierten die Laurentiusbrüder jedem Besucher ein Glas des hervorragenden Jahrgangs 2018. Der Kabarettist Thomas Hartmann, aus der Nähe von Offenbach stammend, entpuppte sich als waschechtes Original. Mit seiner hessischen ‚Babbelschnut‘ zog er von Anfang an das Publikum in seinen Bann. Sein bewährtes Rezept war es, auf eine umwerfend lustige Art ‚Frechheiten‘ an den Mann zu bringen. So frozzelte er: „Ihr Laurentiusbrüder – 0,4 Hektar bewirtschaftet ihr, hab ich mir sage lasse – das is jo aach net sooo viel. Ich denke, ihr übt wohl noch e bissje.“

Und weiter: „Eine Weinprobe am 11. Januar! Nachdem man sich wohlmöglich zum Neuen Jahr vorgenomme hat, abzenemme und wenischer se trinke – e super Idee!“ Ebenso erntete der Offenbacher herzliches Gelächter, wenn er sich Leute aus dem Publikum vornahm, etwa den Tisch mit den ‚Landfrauen‘, den Mann mit ‚Rücken‘, dem der anwesende Internist wohl auch helfen könne, die Frau aus Bremen, der er das Hessische ins Hochdeutsche übersetzte, und nicht zuletzt den dem Brexit entflohenen Engländer, bei dem er sein ganzes komödiantisches Talent zur Geltung bringen konnte. Das zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Eine willkommene Ergänzung zur Comedy boten die edlen Gewächse, die der sympathische Winzer Florian Weingart aus Spay dabei hatte. Unter den sechs vorgestellten Weinen waren fünf Riesling. Mochte einer der Gäste denken, das sei ja langweilig, so wurde er angenehm überrascht. Der Riesling zeigte mit seinem breiten Spektrum an Geschmacksvarianten, dass er zu Recht seinen Spitzenplatz an Rhein, Mosel und Saar behauptet. Der Winzer sprach mit beeindruckendem Detailwissen über die Weine, die Problematik des Klimawandels und über seinen Betrieb. Er nahm auch Bezug auf das Motto des Kabarettisten ‚Weine nicht, wenn die Reblaus lacht‘! Entgegen der landläufigen Annahme ist die Reblaus noch lange nicht ausgerottet; und es mehren sich die Zeichen, dass sie sich in Zukunft wieder vor Lachen kugeln kann, sofern man sich nicht konsequent gegen sie wappnet. Weingart hatte ebenfalls Humorvolles vorzubringen. Weil die EU sich um die Gesundheit der Weintrinker sorge, habe sie eine Verordnung zur ‚Stillen Weinprobe‘ erlassen: Dabei werden die ersten drei Weine verkostet, die restlichen nur besprochen und stumm angestaunt.

Zwischen den Weinverkostungen präsentierte der Kabarettist kurzweilig sein Weinlexikon von A – Z. Er gab einen Buchstaben vor, und das Publikum nannte einen Begriff. A wie Äppelwoi, rief die Frau aus Bremen. ‚Falsch‘, gab Hartmann zurück, denn in Hessen beginne das Wort mit E.

Nachdem dann am Ende die Spätlese verkostet und der Buchstabe Z wie Zapfen abgehandelt war, blieben viele Gäste, gemäß der Feststellung Hartmanns ‚Weinprobe hat nichts mit Saufen zu tun – wenigstens nicht am Anfang‘, noch ein paar Stunden, um in geselliger Runde die exquisiten Weine zu genießen. Schließlich diente das auch einem guten Zweck: Der Erlös des Abends floss wie immer in die Unterstützung einer sozialen Einrichtung.