Aktuelles

September

Unsere Lesemannschaft 2018

 

 

Mai

Spende an Kita


Auch in diesem Jahr durften sich die Kinder der Kita Amselnest wieder über eine Geldspende der „Laurentiusbrüder“ freuen.

Diese hatten ihren Gästen bei der Veranstaltung „Weinkultur“ im Januar versprochen, einen entstehenden Überschuss der örtlichen Kindertagesstätte zur Verfügung zu stellen.

Das Kita-Team bedankte sich recht herzlich und freute sich, ihrem Wunsch nach einem neuen Klettergerüst im Außenbereich nun einen großen Schritt näher gekommen zu sein.

 

 

Januar

Weinkultur 2018

Markus Erb und Klaus Fröhlich, die Protagonisten der Veranstaltung am 13. Januar.

Zum sechsten Mal hatte die Weinbruderschaft St. Laurentius in Damscheid zu der Veranstaltung ‚Weinkultur‘ eingeladen, bei der im Gemeindezentrum eine Weinprobe samt kulturellem Rahmenprogramm stattfand. Die Weine kamen in diesem Jahr aus dem Online Shop ‚Weinland Mittelrhein‚, der von den Damscheidern Patrick Federhen und Günter Vogel betrieben wird. Zu verkosten waren ein trockener Weißburgunder und ein feinherber Riesling Kabinett von Toni Jost, ein halbtrockener ‚Handstreich‘ von Lithos, ein Spätburgunder Rosé von Toni Lorenz und ein in Barrique ausgebauter Spätburgunder 2011 vom Weingut Goswin Lambrich. Zusätzlich im Angebot war eine ’süße Verführung‘ von Eisenbach – Korn. Dahinter verbarg sich eine edelsüß ausgebaute Scheurebe, die vornehmlich bei der Damenwelt auf größere Resonanz stieß.

Besprochen wurden die Weine von Markus Erb, einem diplomierten Weinakademiker aus Frankfurt, der seine Abschlussarbeit über den Mittelrhein geschrieben hat. Herr Erb musste erst einmal erklären, was sich hinter diesem Titel verbirgt. An der Hochschule Geisenheim kann man sich seit 2002 zu einem Weinfachmann ausbilden lassen, der dann z.B. Weinseminare, Führungen und Weinreisen veranstaltet, oder eben auch, wie in Damscheid, Weine bespricht. Der Weinakademiker beschrieb nicht nur die Weine des Abends mit begeisterten Worten, sondern glänzte auch mit detailreichen Kenntnissen über Rebsorten am Mittelrhein und ihre Geschichte. In der Champions League spielt natürlich nach wie vor der Riesling, um den uns wegen seiner Schlankheit, seiner filigranen Struktur, seiner rassigen Säure und vieler anderer Vorzüge die ganze Weinwelt beneidet.

Das Rahmenprogramm gestaltete der Weinbruder Klaus Fröhlich. ‚Trink, Brüderlein, trink! – Trinkgewohnheiten der Deutschen‘ – hieß das Motto des Abends. Nicht schlecht staunte das Publikum, als es erfuhr, dass die Deutschen jahrhundertelang den Ruf genossen, die größten Trinker Europas zu sein, wie in zahlreichen Quellen nachzulesen ist. Heute stehen sie laut einer neueren Statistik erst an 14. Stelle. Viele Zeitgenossen beklagten den gewaltigen deutschen Durst, wie zum Beispiel Martin Luther: „Alle Mühsal können die Deutschen ertragen; könnten sie doch ebenso ertragen den Durst!“ Bereits ihre Vorfahren, die Germanen, liebten Trinkgelage, wie der römische Autor Publius Cornelius Tacitus in seinem Werk ‚Germania‘ bezeugt: „Tag und Nacht durchzutrinken ist für niemanden eine Schande.“ Praktischerweise war auch der oberste Gott Wotan selbst Braumeister und bewirtete die gefallenen Krieger an seiner Tafel mit Bier.

Der Referent schlug zum Schluss den Bogen in die heutige Zeit, indem er zum Beispiel Trinkrituale wie das Runden schmeißen humorvoll beleuchtete: „Man denkt ja dabei, ein edler Spender wolle seinen darbenden Mitzechern bloß etwas Gutes tun; in Wirklichkeit sendet er aber die Botschaft: Ich kann mir das leisten, ich bin ein Häuptling. Klar, dass die anderen sich sagen: Was der kann, kann ich auch! Und so folgt eine Runde auf die andere. Am Schluss gibt es dann keine Indianer mehr, aber viele besoffene Häuptlinge.“

Natürlich durfte das Thema Wein nicht fehlen. In den letzten Jahren hat sich ein ausgeprägter Trend etabliert: Genuss von gutem Wein als Ausdruck von Hochkultur, die Glanz in den banalen Alltag bringt und dabei hilft, die Seele baumeln zu lassen. Wie schöne Worte, die mit dichterischer Phantasie und quasi religiöser Inbrunst angereichert sind, dem Wein eine geheimnisvolle Aura verleihen und seinen Marktwert erhöhen, das verdeutlichte der Referent an einem Beispiel: „Der Wein strahlt mit himmlischen Aromen, mit überirdischer Konzentration und Kraft, die die Zunge mollig umhüllt.“

Klaus Fröhlich gelang es in seinem mitreißenden Vortrag nicht nur, die Zuhörer durch eine Fülle von interessanten Informationen zu fesseln, sondern auch durch persönlich erlebte Geschichten, Anekdoten und Witze köstlich zu unterhalten, so dass ein Gast begeistert ausrief: „Das war besser als eine Kappensitzung“.

Nach einem so ansprechenden Programm war das Bedürfnis der Besucher, noch länger zusammenzusitzen und den exzellenten Wein zu genießen, sehr groß. Auch wenn sich Hochkultur mit Rauschtrinken eigentlich nicht verträgt, so diente das letztendlich einem guten Zweck: Der gesamte Erlös des Abends fließt als Spende an den Kindergarten.