Einwohnerversammlung 2016

Einwohnerversammlung in Damscheid informierte über Themen wie Nahwärme, Baugebiet und Winzersaal-Sanierung

 

Auf eine rege kommunalpolitische Arbeit konnte die Ortsgemeinde Damscheid bei ihrer jüngsten Einwohnerversammlung blicken: Vieles wurde in den vergangenen Monaten angepackt wie zum Beispiel die Erweiterung des Baugebietes Taubhaus 2. Aber auch für die Zukunft stehen neue, wichtige Aufgaben wie die Winzersaal-Sanierung oder die Frage einer möglichen Nahwärmeversorgung an. Der mit gut 100 Besuchern gefüllte Saal im Gemeindezentrum „St. Johann“ zeigte dabei, dass die Bürgerinnen und Bürger mit großem Interesse an der Entwicklung ihrer Gemeinde teilhaben.

 

Baugebiet mit 9 Plätzen erweitert

In seinem Bericht der Gemeindeverwaltung gab Ortsbürgermeister Christian Stahl einen Blick auf die verschiedenen Aktivitäten in 2015: Zu den Maßnahmen im vergangenen Jahr zählte vor allem die Erschließung von neun Bauplätzen in Taubhaus 2. „Der Großteil der Plätze ist bereits verkauft bzw. es bestehen entsprechende Anfragen, was die Entwicklung und Attraktivität des Ortes widerspiegelt“, freute sich Stahl in seinen Ausführungen. Dies belege auch die positive Einwohnerzahl, die zum 31.12.2015 bei 657 Einwohnern lag, mit steigender Tendenz.

Mit viel ehrenamtlichem Engagement und finanziellen Mitteln hat der Gemeinderat in den vergangenen Monaten zudem den Spielplatz zu einem Mehrgenerationenplatz mit neuen Spiel- und Funktionsgeräten ausgebaut. Für eine weitere Bereicherung sorgt zudem der in 2015 neu angelegte Premium-Rundwanderweg „Schwede-Bure-Tour“, der am Parkplatz Damscheid/Hardt startet.

 

Sanierung Winzersaal steht an

Der Ausblick auf die nächsten Monate machte aber zugleich deutlich, dass mit der geplanten Sanierung des Winzersaals eine weitere große Maßnahme ansteht, welche aufgrund des schlechten Zustandes des Daches notwendig ist. „Da der Winzersaal nach wie vor durch die Vereine stark genutzt wird und die Ortsgemeinde auch haushaltstechnisch gut dasteht, sind wir in der Lage, dies zu stemmen“, zeigte sich Ortsbürgermeister Christian Stahl optimistisch. Die Baumaßnahme, bei der der Eingangsbereich und die sanitären Anlagen ebenfalls neu gestaltet werden sollen, beläuft sich nach einem Vorentwurf durch einen Architekten auf ca. 600.000 Euro. Ein förderfähiger Antrag soll noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.

 

Umfrage zu Nahwärme vorgestellt

Dass die Ortsgemeinde auch die energietechnische Ausrichtung des Dorfes im Blick hat, zeigten die Ausführungen von Gemeinderatsmitglied Patrick Federhen. Er stellte die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter Damscheider Bürgerinnen und Bürgern zu einer möglichen Nahwärme-Versorgung vor. Von den 107 Haushalten (52 %), die sich an der Umfrage beteiligten, gaben zwei Drittel (68%) an, dass sie sich vorstellen könnten, ihre Wärme über ein Nahwärmenetz zu beziehen. Aktuell heizen 76 % der Haushalte mit Heizöl, 43 % mit Holz, 11 % nutzen Solarthermie, 7 % heizen mit Pellets und jeweils 5 % mit Gas oder einer Elektroheizung.

In seiner Präsentation nannte Patrick Federhen zugleich die Vorteile einer Energieversorgung durch Nahwärme vor: Dazu gehört vor allem die Unabhängigkeit von Rohstoffen wie Erdöl oder Erdgas, da die Energie in Form von Holz bzw. Pellets aus der Region kommt; es gibt bei der Rohstoffbeschaffung keine Preisschwankungen im Jahresverlauf und die Immobilie erfährt eine Wertsteigerung. Aufgrund aktueller Zahlen sei außerdem, so Federhen, von einer jährlichen Einsparung von ca. 600 Euro bei einem Anschluss an ein Nahwärmenetz auszugehen.,

 

Bei der Einwohnerversammlung stellte Gemeinderatsmitglied Patrick Federhen die Chancen einer eigenen Energieversorgung für Damscheid per Nahwärmenetz vor.

 

Machbarkeitsstudie zu eigener Energieversorgung

Wie die Umsetzung eines eigenen Nahwärmenetzes für Damscheid aussehen kann, dies will der Gemeinderat in einer Machbarkeitsstudie ausloten lassen. Diese soll Daten und Zahlen bezüglich eines technischen Konzeptes, der Finanzierung und Förderung liefern, um interessierte Bürgern in einem zweiten Schritt dann darüber zu informieren. „Ein eigenes Nahwärmekonzept steht und fällt mit der Wirtschaftlichkeit; je mehr mitmachen, desto besser ist“, unterstrich Verbandsbürgermeister Thomas Bungert, der bei der Einwohnerversammlung über aktuelle Entwicklungen aus der Verbandsgemeinde informierte. „Sie können damit ein System der Zukunft für Damscheid auf den Weg bringen.“ Es sei evtl. auch möglich, energetische Projekte über das Leader-Programm zu fördern.

 

Trockenheit setzt Damscheider Wald zu

Einen Bericht zum Zustand des Gemeindewaldes gab Förster Timo Hans auf der Versammlung: Im Vordergrund stehe eine nachhaltige Forstwirtschaft, so Hans. Diese werde durch außerplanmäßige Ereignisse wie Windwurf, Wildfraß oder Käferbefall sehr schwierig. Auch die Trockenheit des vergangenen Sommers habe dem Wald zugesetzt; Samen seien vertrocknet, die Begleitvegetation spärlich gewachsen, so dass sich das Wild an die Bäume gemacht habe. Umso wichtiger sei es, immer wieder entsprechende Aufforstungs-Aktionen zu starten. Jede helfende Hand sei hier herzlich willkommen. Der nächste Waldtag findet am Samstag, den 9. April statt.

 

Immer im Einsatz: Die Jugendfeuerwehr Damscheid sorgte bei der Einwohnerversammlung im Gemeindezentrum „St. Johann“ wie immer für eine gute Bewirtung.