Die Pfarrkirche

Die heutige Pfarrkirche, die 1682 von Pfarrer Hubert SYBERTS (1679-1715, = 13.7.1719) erbaut wurde, geht in ihren Ursprüngen auf einen Vorgängerbau aus dem späten 14. Jahrhundert zurück.   Die Kirche hat in ihrer Geschichte viele Änderungen erfahren. So sind Baumaßnahmen bekannt aus den Jahren 1450, 1605, 1682, 1755, 1842, 1862, 1905, 1957/58 und die letzte Maßnahme in zwei Bauabschnitten, 1985-1987 Außenrenovierung und 1993-95 eine umfassende Innenrenovierung.   "Der verputzte Massivbau besteht aus einem Westturm und einem dreiseitig geschlossenen Kirchenschiff von 1682. In den Jahren 1862 und 1905 wurden historisierende Veränderungen vorgenommen. Der Chor des breit gelagerten Saalbaus enthält an jeder Brechungsseite ein Rundbogenfenster mit spitzbogiger Schräglaibung, die durch Quaderrahmung eingebunden ist. Der obere Wandabschluß wird unterhalb der Traufe durch einen Rundbogenfries aus Ziegeln gebildet, der auf Kragsteinen aus gelbem Sandstein aufliegt."   Die gravierendste Umgestaltung erfuhr dieser Bau 1957. Das Schiff wurde vergrößert, der Turm erhielt eine flache Decke und die nördliche neue Sakristei wurde angefügt.
War die Kirche bisher ein einschiffiges Langhaus mit flacher Decke, so wurde durch die Erweiterung ein breiter, fast quadratischer Kirchenraum geschaffen, der die neueste Umgestaltung ermöglicht hat.   1957 versuchte man, ganz dem Zeitgeist entsprechend, die Kirche sehr modern zu gestalten. So sind leider viele, wenn nicht sogar die wichtigsten Elemente der "alten" Kirche entfernt worden. Die Deckengemälde wurden übermalt und sind nicht mehr zu restaurieren. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre, die Kanzel, die Kommunionbank sind ebenso entfernt worden wie die Orgel und wurden unwiederbringbar zerstört. Der Kreuzweg, der in Holzrahmen gerahmt und farbig gefaßt an den Weitenwänden hing, wurde in die neuen Seitenwände eingemauert und mit brauner Farbe überstrichen. Ebenso hat man auch den Taufstein braun bemalt und später sogar ganz aus der Kirche entfernt.   Anstelle der alten Orgel stellte man ein Harmonium in die Kirche, das bis Anfang der 80-er Jahre den Gesang der Gläubigen mehr schlecht als recht begleitete. Seit dem 13. Juni 1982 befindet sich eine einmanualige Orgel mit 9 Registern von der Firma Maier auf der Empore, die erst nach der letzten Renovierung richtig zur Geltung kommt.   Der Altarraum wurde völlig neu gestaltet. Anstelle der drei alten gotischen Altäre stellte man einen Altartisch in den neuen, nun erhöhten Altarraum. Der Tabernakel wurde auf diesem Tisch angebracht, nach der Liturgiereform links neben dem mittleren Chorfenster in die Wand eingelassen.   1957 erhielt die Kirche auch ganz neue Kirchenfenster. Im Chorraum ist die Geburt, die Kreuzigung und das Pfingstereignis dargestellt. Die Fenster der Nordseite zeigen die Heiligen, die in Damscheid besonders verehrt werden.
Die Fenster der Südseite zeigen alle dasselbe Motiv, Weinranken und Ähren. Lediglich einige der Heiligendarstellungen in den Fenstern der Nordseite, zwei Rundfenster und zwei Fenster auf der Empore unmittelbar rechts und links im Anschluß an den Turm auf der Westseite der Kirche sind noch von der "alten" Kirche erhalten. Die Fenster der Empore zeigen links den heiligen Dominikus, der von der Gottesmutter den Rosenkranz erhält und rechts die heilige Familie. Die Fenster in der Seitenkapelle, der ehemaligen Sakristei sind ebenfalls erhalten geblieben.   Die neueste Umgestaltung im Innenraum erfuhr die Kirche 1993-95. Nachdem in den 70-er Jahren noch eine Holzdecke in das Mittelschiff eingezogen worden war, war die Kirche sehr dunkel geworden. Der Putz an den Wänden hatte sich gelöst und durch die umfassenden Baumaßnahmen am Turm war die Westseite des Innenraums in einem katastrophalen Zustand. Die Kirche war regelrecht unansehnlich geworden und eine umfassende Innenrenovierung wurde dringend nötig.   Nun präsentiert sich die Kirche in neuem Glanz und seit dem Patrozinium 1995 werden die Gottesdienste wieder hier gefeiert. Die dunklen Holzdecken wurden entfernt und in den Seitenschiffen durch weißes Holz, in der Mitte durch weißen Putz ersetzt.   Die Kirche hat nun auch wieder Deckengemälde. Es sind zwar nicht die aus früherer Zeit, sie mögen dem ein oder anderen auch als zu modern erscheinen. Sie symbolisieren im Wesentlichen Leben, Tod und Auferstehung Jesu.
Im Kirchenschiff über dem Volk befindet sich das erste Motiv: Weinranken und Ähren in grüngehaltener Farbgebung. Sicher auch als Hinweis auf die Damscheider Bürger zu verstehen, die sich früher überwiegend aus Bauern und Winzern zusammensetzte.
Über der Altarinsel das zweite Motiv: die Dornenkrone, wobei schon ein zartes Gold auf die Auferstehung hinweist.
Das dritte Motiv befindet sich im Chorraum: eine Ranke aus Weinlaub in einem goldenen Strahlenkranz als Symbol der Auferstehung deutet in Verbindung mit dem Tabernakel auf die bleibende Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie.   Die neue Altarinsel wurde in das Kirchenschiff hineingezogen, so daß die Gemeinschaft der um den Altar versammelten Gemeinde besser zum Ausdruck kommen kann. Der alte Altar wurde keineswegs wie in früheren Zeiten ganz entfernt, sondern er findet sich wieder in einem neuen Altartisch, im Ambo und in einigen Konsolen für die Heiligenfiguren in der Kirche.   Der Tabernakel steht nicht wie ursprünglich geplant zentriert im Chorraum, sondern auf der linken Seite. Auf der rechten Seite wird der alte Taufstein nach seiner Restaurierung errichtet werden, um noch einmal auf das zentrale Geschehen der Taufe als grundlegendes Sakrament hinzuweisen, das in die Mitte der Gemeinde gehört.   Der alte Kreuzweg wurde wieder in seinen ursprünglichen, farbig gefaßten Zustand zurückversetzt.   Die Seitenkapelle, die vor der Renovierung von 1957/58 als Sakristei genutzt wurde, wird in Zukunft ein Ort des Gebetes sein. Wie diese allerdings gestaltet wird, ist noch nicht entschieden.   Die wunderschöne, gekrönte Madonna mit Kind steht zur Zeit in dieser Kapelle. Diese Madonna stammt aus der Zeit um 1450. Daneben haben alle Heiligenfiguren wieder einen Platz in der Kirche und im Chorraum gefunden.
Das alte Missionskreuz aus dem letzten Jahrhundert hat wieder für alle sichtbar im hinteren Bereich der Kirche einen würdigen Platz erhalten.   Neben dieser Umgestaltung hat die Kirche eine neue Heizungsanlage, eine neue Lautsprecheranlage und eine neue Beleuchtung erhalten. Auch die Sakristei wurde umfangreich renoviert.   Erwähnenswert ist auch die Tatsache, daß die Pfarrkirche im November 1994 von der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises in Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege unter Denkmalschutz gestellt wurde. In der Begründung heißt es: "Bei der katholischen Kirche handelt es sich um ein Zeugnis des geistigen Schaffens und des handwerklichen Wirkens sowie um ein kennzeichnendes Merkmal der Gemeinde, an dessen Erhaltung und Pflege aus wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen sowie zur Förderung des geschichtlichen Bewußtseins und der Heimatverbundenheit ein öffentliches Interesse besteht. Aus diesen Gründen wird die Kirche unter Denkmalschutz gestellt."

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