Die Turmrenovierung

Der romanische Turm der Pfarrkirche in Damscheid befand sich offenbar schon im 19. Jahrhundert in einem besorgniserregenden statischen Zustand, der dazu führte, daß ihm damals an der westlichen Kante der Nordseite ein mächtiger Strebepfeiler angebaut wurde. Außerdem war der Turm einmal mit verschiedenen Stahlankern statisch gesichert worden. Diese älteren Maßnahmen waren zum Teil wirkungslos, so hatte der Strebepfeiler sich vom Turm abgesetzt. Der Turm zeigte vor allem im Inneren, namentlich in den westlichen Ecken, gravierende Risse, so daß eine durchgreifende Sanierung angezeigt war.   Der beauftragte Architekt Jaeckel, Oberwesel, stellte fest, daß die westliche Turmmauer ohne Verband mit den übrigen Seiten gemauert ist und aus zwei Schichten, deren äußere an der Nord- und Südseite als Ecklisene erscheint, besteht. Daraufhin wurde der Turm mittels Spannankern in allen vier Geschossen in sich gefestigt und an das Kirchenschiff angebunden sowie im Innern torkretiert. Der Strebepfeiler und die älteren Pfeiler wurden entfernt. Danach wurde das Äußere des Turmes renoviert.
Der Turm trug vor der Renovierung denselben Verputz wie der Strebepfeiler; dieser Verputz konnte also nicht sehr alt sein. Unter dem Verputz waren an einzelnen Stellen noch Reste eines älteren Putzes festzustellen; Farb- oder Anstrichreste waren an den Außenseiten aber nicht zu finden. Nur an der Ostseite des Turmes im Dachraum der Kirche sind noch große Flächen älterer Verputze und Reste von älteren Farbgebungen zu finden.   Die Rundbogenfriese und Gesimse waren an der Nord-, Süd- und Ostseite mit Mörtel nachgebildet, da die Tuff-Werksteine, aus denen sie einmal bestanden, wohl schon im vorigen Jahrhundert überwiegend stark abgewittert gewesen waren. An der Westwand bestanden diese Teile überhaupt nur aus Mörtel, lediglich die Gesimse waren durch vorstehende Bruchsteine im Mauerwerk angedeutet.   Der Verputz wurde vollständig abgeschlagen. Die Gesimse und Bogenfriese wurden dort wo sie ursprünglich vorhanden waren, mit Tuffstein erneuert. Der Turm erhielt einen neuen Verputz, dabei wurden die vorstehenden Steine an der Westwand zu einem Wulst geformt. Danach wurden die Putzflächen und die Werksteinteile mit einer Kalk-Sand-Schlämme überzogen. Bei dem abschließenden Anstrich wurden die Wandflächen weiß und die Architekturglieder rot, entsprechend den an der Ostseite im Dachraum festgestellten Befunden von der vermutlich ursprünglichen Farbgebung, angestrichen.

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