Geschichte

Westlich von Oberwesel auf dem Bergrücken Engerhöllerbach und Niederbach gelegen, ist Damscheid vermutlich in der karolingischen Rodungsperiode entstanden. Hierauf deutet auch die Verehrung der fränkischen hl. Aldegundis hin. Allerdings läßt sich vermuten, daß hier schon früher Menschen siedelten, denn um die Jahrhundertwende wurden Grundmauern römischer Gebäude und Reste einer Wasserleitung freigelegt.

 

Damscheid wurde 1256 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt zwischen 1150 und 1200 seine erste Kirche.

 

Der Ort gehörte bis 1783 zum Kollegiatstift St. Martin Oberwesel, vorübergehend auch zur Pfarrkirche St. Stefan Niederburg und wurde meist von einem Kaplan betreut. Um 1785 wurde Damscheid eine selbständige Pfarrei.

 

1477 wird in Urkunden eine Wiese bei St. Aldegund genannt (Aldegundiskirche im Stadtwald). Der Markt findet erstmals in der Oberweseler Ratsordnung von 1767 Erwähnung. 1802 wurde die Kapelle niedergelegt. Ein Förderkreis um den Polizeipräsident Malmen errichtete 1975 eine neue, kleine Kapelle. Seither wird alljährlich im Zusammenhang mit dem Aldegundesmarkt auf dem alten Marktplatz inmitten des Waldes zur Erinnerung an die Wallfahrtsstätte ein Gottesdienst gefeiert.

 

Im 30-jährigen Krieg brandschatzten zunächst spanische, danach schwedische Soldaten den Ort. Dabei wurde die Kirche fast völlig zerstört. Aber schon 1682 ist die Kirche wieder aufgebaut.

 

Mehr als 100 Jahre nach Ende des 30-jährigen Krieges hatte sich der Ort noch nicht von den Folgen der Zerstörung erholt. 1759 hatte Damscheid nur 30 Feuerstellen und etwa 200 Einwohner. 1789 war die Einwohnerzahl wieder auf 290 angestiegen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ist eine Steigung auf knapp 500 Personen zu verzeichnen. Diese Zahl blieb bis 1990 etwa konstant, um derzeit auf 682 zu steigen.

 

Seit 1716 gab es in Damscheid eine Schule. Im Jahre 1798 wird eine völlig neue, zweiklassige Schule errichtet. 1971 erfolgte die Verlegung der Schule nach Oberwesel. Das ehemalige Schulgebäude dient heute als Kindergarten.

 

Bei der französischen Verwaltungsreform von 1798 wird die Gemeinde der Marie Wiebelsheim angeschlossen. Später war sie dem Amt in Oberwesel zugehörig und seit 1972 Teil der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel.